Alexandre Saubot: "Haulotte möchte als Unternehmen der Zukunft ausgezeichnet werden"

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Haulotte, Hersteller von Hubarbeitsbühnen und Teleskopstaplern, wird eine große Investition in den Bau einer neuen Hauptverwaltung tätigen. Sie ist Teil einer Gesamtstrategie zur Modernisierung des Unternehmens und seines Images. CEO Alexandre Saubot, beschreibt seine Visionen in La Tribune.

 

 

 

 

Sie haben kürzlich den Bau einer neuen Hauptverwaltung, nur wenige Kilometer von hier entfernt, angekündigt. Es handelt sich um einen 7.500 m² großen Komplex mit Gemeinschafts- und Verbundflächen und neuen F&E-Labors, der  im Jahr 2020 in Betrieb gehen wird. Worin liegen Aufgabe und Bedeutung dieses neuen Hauptsitzes?

Dieser Sitz wird unseren Wachstumskurs unterstützen. Wir waren hier bisher zu engstirnig. Der Sitz wird dem Unternehmen mit seiner Modernität zu einem neuen Markenimage verhelfen, das im Einklang mit unserer Strategie für 2020 steht.

Diese soll uns in die Lage versetzen, bei der nachhaltigen Entwicklung, der Digitalisierung usw. an vorderster Front zu stehen, um die Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen. Unsere Strategie besteht aus drei Hauptachsen: Innovation, Digitalisierung und dem Menschen.


Das bedeutet?
Innovation ist ein Schlüssel unserer Entwicklung. Auf der letzten Intermat haben wir  eine wichtige neue Produktlinie namens PULSEO vorgestellt. Diese Maschinen sind in der Lage, einen ganzen Tag lang autonom zu sein, ohne Schadstoffemissionen zu verursachen. Diese Neuerung war eine Reaktion auf den Wunsch unserer Kunden, unsere Maschinen auch auf engem Raum (Gebäude, Innenstädte....) einzusetzen. Dies ist eine wichtige Innovation, die fast drei Jahre Entwicklungszeit in Anspruch genommen hat.

Innovation erfordert auch digitale Technologie. Ich habe eine sehr starke Überzeugung: Die digitale und die industrielle Welt dürfen nicht im Gegensatz zueinander stehen, sondern müssen sich gegenseitig verstärken. Haulotte bleibt natürlich ein Industrieunternehmen, aber unsere Produkte beinhalten einen wachsenden Anteil an digitalen Inhalten.

Was sind Ihre Ziele in der Personalentwicklung?
Wir wollen die Strategie, die wir in den letzten zwei Jahren entwickelt haben, verstärken. Angesichts unserer Konkurrenten in Niedriglohnländern wissen wir, dass wir nicht auf dem Preisfeld kämpfen können. Auf der anderen Seite haben wir eine große Stärke: die Qualität unserer Teams und unserer Innovationen.

Deshalb haben wir im Jahr 2015 eine große interne Umfrage gestartet, um herauszufinden, was unsere Mitarbeiter von uns im Hinblick auf das Management erwarten. Das Ergebnis war ein umfangreiches Empowerment Programm. Eine funktionsübergreifende Einheit namens "Let's Dare" wurde geschaffen, um sie an allen 20 Standorten weltweit in jeder Werkstatt und jedem Büro einzusetzen.

Es geht darum, unsere Mitarbeiter zu befähigen und ihnen mehr Autonomie zu geben, unabhängig von ihrer Stellung im Unternehmen. So versuchen wir beispielsweise in den Workshops, anstatt die Beschwerde "Es ist zu schwer" zu beantworten, die Teams selbst zu befähigen, Lösungen zu finden, um ihr Arbeitsumfeld zu verbessern und gleichzeitig an der Produktivität zu arbeiten. Wir wollen der Arbeit aller einen Sinn geben. Dies ist vor allem für die neuen Generationen unerlässlich.

Bei der Planung unserer neuen Hauptverwaltung wurden natürlich alle betroffenen Teams konsultiert.


Welche Ergebnisse konnten Sie beobachten? Hat sich die Produktivität Ihres Unternehmens auf die eine oder andere Weise entwickelt?

Wir sind noch nicht fertig, es gibt noch viel zu tun. Dieses Programm hat sich jedoch bereits sehr positiv auf die Produktivität ausgewirkt. Dieser positive Effekt lässt sich dadurch erklären, dass die Mitarbeiter – jeder an seinem Platz – am besten in der Lage sind, passende Lösungen zu entwickeln.

Wir haben noch einen weiteren sehr interessanten Effekt gesehen: Wir erhalten immer mehr Initiativbewerbungen. Diese neue Arbeitsmethode beginnt sich im gesamten lokalen Gewerbe zu verbreiten und macht uns viel attraktiver.

In diesem Sinne der Attraktivität werden wir in Kürze die Arbeiten zur Erlangung des Labels "Industrie der Zukunft" starten.


Ist dies eine wichtige Herausforderung in der Kommunikation?
Ja, natürlich ist es das. Wenn Sie im Zentrum eines regionalen oder nationalen digitalen Ökosystems stehen wollen, müssen Sie sich unbedingt als Führungskraft identifizieren, Sie müssen die Menschen wissen lassen, wer Sie sind. Dadurch ist es möglich Kandidaten, Partner, Start-ups, Kunden etc. anzuziehen.

 

Unternehmen der Zukunft, die wichtige Investition in eine neue Zentrale ... Sind das ein bisschen die Symbole einer Wiedergeburt von Haulotte?
Im Jahr 2009 war unser Geschäft eingebrochen. Aber wir sagten, wir würden die Herausforderung des Aufstiegs bewältigen. Das ist es, was wir seitdem getan haben: Im vergangenen Jahr erzielten wir einen Umsatz von 508 Millionen Euro (für 1.700 Mitarbeiter, NDRL).

Da wir an der Börse notiert sind, kann ich keinen Ausblick für mehrere Jahre geben, aber die Entwicklung ist gut. Die Geschichte dieser Wiedergeburt hat einen großen Wert – nicht nur nach außen, sondern vor allem nach innen: Sie hat es uns ermöglicht, enge Verbindungen zu knüpfen.

 

Lesen Sie das orginal Interview von Stéphanie Gallo mit Alexandre Saubot auf  La Tribune.